Die Österreicher gehen shoppen: ein Jahr nach der Übernahme von Möbel Pfister durch XXXLutz

By 15. Oktober, 2020 November 2nd, 2020 No Comments
MöbelindustrieUnternehmenMöbelhandel

Im April 2018 eröffnete der österreichische Möbelgigant XXXLutz seine erste Filiale in der Schweiz, insgesamt sollen hierzulande zehn XXXLutz-Standorte entstehen. Vor einem Jahr erfolgte dann die Übernahme der Schweizer Traditionsmarke Möbel Pfister sowie wenig später auch die von sechs Interio Filialen. Während letztere in die Billiglinie Mömax umgewandelt werden, bleibt Möbel Pfister als Marke erhalten. Der Verkauf schlug im letzten Jahr hohe Wellen in den Medien, schliesslich galt Pfister vielen als Schweizer Traditionsunternehmen. XXXLutz haftet dagegen das Image des aggressiven Möbeldiscounter an. 

Über das erste Jahr in österreichischer Hand, Herausforderungen, Chancen und Neuerungen, sprachen wir mit Paul Holaschke, CEO der Möbel Pfister AG.

Paul Holaschke, CEO Möbel Pfister AG, Foto: © Möbel Pfister AG

Was bedeutete die Übernahme durch die XXXLutz-Gruppe für Möbel Pfister: Welche Veränderungen, Hürden und Chancen ergeben sich daraus?

Für Pfister haben sich mit der Integration in die XXXLutz-Gruppe Chancen ergeben. Der Möbelhandel und wir als Pfister stehen heute in einem europäischen und in gewissen Produktegruppen sogar in einem globalen Wettbewerb. In diesen letzten Monaten konnten wir uns in diesem hochkompetitiven Umfeld erfolgreich weiterentwickeln. Pfister profitiert von der grossen Marktstärke der XXXLutz-Gruppe und entsprechend ist unsere Konkurrenzfähigkeit gestiegen. Dies ohne unsere Identität zu verlieren. Das hat dazu geführt, dass wir weiterhin Marktanteile gewinnen und nicht nur Arbeitsplätze langfristig in der Schweiz gesichert haben, sondern auch laufend neue schaffen.

18 Filialen zählt die Möbel Pfister AG in der Schweiz, Foto: © Möbel Pfister AG

Welche (neue) Strategie verfolgt XXXLutz in der Schweiz mit Möbel Pfister? 

Wir wollen die erste Wahl für Menschen mit einem Bedarf an Möbel werden. Daher werden wir zukünftig eine noch grössere Auswahl anbieten und auch preislich attraktiver werden. Flankierend führen wir die erfolgreiche Strategie weiter, die wir bereits in den vergangenen Jahren angestossen haben: konsequente Investitionen im Bereich E-Commerce und Online Handel sowie Umsetzung einer umfassenden Omnichannel-Ausrichtung. Der Erfolg der Strategie zeigt sich in den guten Geschäftszahlen, die wir haben. Weiterhin wichtig sind für uns Schweizer Lieferanten, bei denen wir einen grossen Anteil unserer Möbel beziehen.

Das bisheriger Sortiment will Möbel Pfister um eine günstigeres ergänzen, um künftig eine noch breitere Zielgruppe anzusprechen, Foto: © Möbel Pfister AG

Wie setzt sich Möbel Pfister von den Marken XXXLutz und mömax ab?

Pfister ist branchenführend bei Beratung und Service – das wird sich nicht ändern. Bei Pfister wird man weiterhin hochwertige Möbel kaufen können. Parallel dazu werden wir unser Sortiment deutlich erweitern, um preislich und auch stilistisch mehr Konsumentinnen anzusprechen. 

Viele befürchten durch die Übernahme eine Schwächung bzw. Verwässerung der Marke Möbel Pfister, die ja als Schweizer Traditionsmarke gilt. Wie schätzen Sie dies heute ein, ist Pfister noch Pfister?  

Die Marke ist noch präsenter und Pfister arbeitet mit klaren Zukunftsperspektiven. Dabei stehen Emotionen, Innovationen, Marktfähigkeit sowie Arbeitsplatzsicherheit- und Ausbau im Fokus.

2010 wurde die Marke Atelier Pfister lanciert, die seither junge Schweizer Designerinnen und Designer unterstützt, Foto: © Möbel Pfister AG

Etwa ein halbes Jahr nach Bekanntgabe der Übernahme durch XXXLutz erfolgte mit dem coronabedingten Lockdown eine weitere Herausforderung. Wie blicken sie auf diese turbulenten zwölf Monate zurück?

Es war eine herausfordernde Zeit. Angesichts der vom Bund verordneten fast 2-monatigen Schliessung wegen der Covid19-Pandemie, können wir mit der Entwicklung jedoch zufrieden sein und verzeichnen einen positiven Geschäftsgang. Für Pfister hat sich gezeigt, wie wichtig es war, den Kundenkontakt während der Lockdown-Phase erfolgreich aufrechtzuerhalten – sei es über die Möglichkeit des Einkaufs über unseren Webshop sowie die Nutzung der Online-Chat-Beratung. Das schlägt sich nun u. a. in den Umsätzen stationär und die weiterhin hohen Verkaufszahlen online nieder. Im Online-Handel wurden unsere Erwartungen ganz generell übertroffen.

Newsletter