BoConcept probt die Digitalisierung der Filialen

By 15. Dezember, 2020 No Comments
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«Wir müssen versuchen, zum Kunden zu kommen», sagt Stefan Brockmann. Seit mehr als sieben Jahren leitet der frühere Dodenhof-Geschäftsführer den BoConcept-Shop in Bremen. Ein kurzer Anruf zeigt, dass die Läden der dänischen Marke auch im Teil-Lockdown präsent sein möchten – im Netz. «Wir wählen da auch den digitalen Weg – eine Investition, die man machen muss», so Brockmann weiter. Ende November soll es soweit sein. Dann wird Brockmanns BoConcept in Bremen als digitalisierte Variante im Netz zu finden sein. «Vorher läuft bei uns ein 360-Grad-Fotoshooting des Shops.»

Brockmann glaubt daran, dass die Beratung im Laden nach den Pandemie-Massnahmen wieder stark gefragt sein wird. Denn, was derzeit – und auf absehbare Zeit – fehlt, sei die Haptik. Aber sein Laden habe auf der anderen Seite bereits im Frühjahr mit digitaler Beratung gute Erfolge erzielt, sagt Brockmann.

In etwa 60 Ländern sind an die 300 BoConcept-Franchise-Läden am Netz. Und seit August gibt es eine neue Führung. Seitdem ist Mikael Kruse Jensen als CEO an Bord. Der-Ex-Pandora-Mann wechselte von der Schmuckbranche nach Herning. Keine leichte Zeit bei BoConcept: Im Juli hatte man sich noch von 15 Prozent der Mitarbeiter getrennt, berichtete Finans.dk. Insgesamt 45 mussten damals gehen. Zugleich modernisiert man, versucht, die vor allem urbanen Zielgruppen bei Laune zu halten. Mit Eventmarketing im klassischen Sinne kommt man aktuell ja nicht weit. Ansonsten sind Filialen immer wieder Schauplatz von Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen. So kann die Marke derzeit nicht oder nur eingeschränkt mit den Endkunden kommunizieren.

Ansonsten sind Videoberatungen, Chats und verwandte Wege seit Frühjahr europaweit im Einsatz. Hinzu kommt die Modernisierung des Filialnetzes. Auch in europäischen Märkten wie Frankreich setzt BoConcept auf digitalisierte Filialen: Dort wurde ein Shop mit Augmented-Reality-Angeboten ins Netz verlängert, gedreht wurden die dafür notwendigen Szenen unter anderem in Lyon. Besonders spannend ist auch der neue Laden in Tachikawa, Tokio. Der zeigt als erste weltweite Umsetzung, wie BoConcept sich zunehmend digitalisiert. Drei interaktive digitale Touch-Panels stehen als Touchpoints zur Verfügung. Nach Japan hat der Konzern nun auch Europa im Visier.

In Deutschland ging gerade ein weiterer Laden ans Netz, in Dortmund, in den Propstei-Arkaden am Hansaplatz. BoConcept sieht den 600 qm grossen Flagshipstore als Vorbild mit Signalwirkung: «Nach der Umsetzung des Konzeptes in Dortmund sollen alle BoConcept-Stores bis 2025 umgestaltet werden», heisst es. Entwickelt wurde der ebenfalls mit interaktiven Lösungen ausgestattete Laden nach Firmenangaben in Zusammenarbeit mit der Customer-Engagement-Agentur «The Marketing Store (TMS)». Der neue Shop in Dortmund sei «nach der Markteinführung in Japan der zweite Store, in dem das neue Einrichtungs- und Einkaufskonzept von BoConcept realisiert wird».

Ziel der dänischen Marke: hybrid präsent sein. «Die Grenzen zwischen physischem und digitalem Einzelhandel werden immer unschärfer», so BoConcept zur Eröffnung in Dortmund. Man wolle das Online-Shopping-Erlebnis bestmöglich auf den Einzelhandel übertragen.

Quelle: www.inside-wohnen.de

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