Alles andere als oberflächlich

By 6. April, 2021 April 7th, 2021 No Comments
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Unsere Welt wird von Tag zu Tag komplexer und die Liste an Herausforderungen immer länger. Umso besser, wenn wir nicht nur von klugen Köpfen und innovativen Ideen umgeben sind, sondern auch von cleveren Materialien, die unser Leben ein bisschen leichter machen.

Von Natur aus clever: Massivholzmöbel punkten in allen Dimensionen – am besten, wenn ihr Holz direkt aus der Region stammt. © Girsberger

Während die Designpioniere des 20. Jahrhunderts mit kühnen Materialexperimenten die Formgebung neu definierten, hat der Stoff, aus dem unsere Einrichtungsträume sind, heute eine vielseitigere Verantwortung zu tragen als formschöne Stabilität. Klimakrise, Ressourcenknappheit, soziale Ungleichheit, Schadstoffbelastung und nicht zuletzt die Pandemie – der Blick in die Zukunft ist inzwischen leider nicht mehr so carbonleicht und tropenholzsonnig wie in vergangenen Jahrzehnten.

Umdenken und mitdenken heißt das Credo. Nicht nur für uns, sondern auch für das Material, das objektiv unseren Alltag bespielt. Gut, dass uns viele Werkstoffe bereits von Natur aus ein paar Schritte voraus sind und voller superheldenhafter Eigenschaften wie faszinierender Innovationen stecken. Ein Blick in den Mikrokosmos unseres Mobiliars.

Der Klügere gibt nach: Die Expertise von horgenglarus, der ältesten Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz, ist die Holzbiegerei. Mit der richtigen Technik lassen sich sogar schwere und grosse Hölzer biegen. © Horgenglarus

Das Thema Gesundheit ist nicht erst seit Corona ein Aspekt, der in unseren Wohn- und Arbeitswelten Einzug gehalten hat. Die Besinnung auf einen bewussteren Lebensstil macht schließlich nicht im Biomarkt oder nach der Joggingrunde halt, sondern gestaltet auch unsere Lebensräume. Denn was bringt das ganze unbelastete Gemüse inmitten der dicken Luft aus Emissionen.

Schadstoffe verstecken sich allzu gern in Beschichtungen, Klebern und Lackierungen. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Allergien sind die erste Folge, die man nicht unter den Teppich kehren sollte. Die beste Lösung ohne Lösungsmittel sind natürliche Materialien, die nicht nur unser Wohlbefinden, sondern auch die Umwelt schonen. Zumindest wenn sie aus nachhaltigen Quellen stammen.

Bewusste Handwerkskunst: Auch der Sitzmöbelhersteller Girsberger legt Wert auf hochwertige Materialien, die unter ökologischen Gesichtspunkten verarbeitet werden und die Gesundheit schonen. © Girsberger

Massivholzmöbel sind hier die erste Wahl. Aus nachhaltiger Holzwirtschaft und richtig behandelt, erfüllen sie sämtliche positive Eigenschaften und sind besonders für Allergiker zu empfehlen. Von der zeitlosen Ästhetik und robusten Langlebigkeit bis zur antibakteriellen Wirkung. Anstelle von geölten oder gewachsten Oberflächen eignet sich zur schadstofffreien Beschichtung zum Beispiel auch Linoleum, das nicht nur durch seine warme Atmosphäre und angenehm weiche Haptik überzeugt, sondern aufgrund seiner antistatischen Eigenschaft auch der Staubbildung entgegenwirkt und sich sogar selbst regeneriert.

Robuste Feinstofflichkeit: Die Materialien Loden und Leder des Sitzmöbelherstellers de Sede sind wahre Alleskönner, die nicht nur wärmen und kühlen, sondern auch besonders strapazierfähig sind und Schmutz abweisen. © de Sede

Auch bei Polstermöbeln gehen Nachhaltigkeit und Gesundheit oft Hand in Hand. Bezüge aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen, wie Wolle, sind nicht nur atmungsaktiv und schmutzabweisend, sondern auch besonders widerstandsfähig und flammhemmend. Neben textilen Bezügen oder Leder setzen einige Sitzmöbel-Manufakturen inzwischen auch auf Werkstoffe, die sich in anderen Bereichen bewährt haben. Wie zum Beispiel auf Silikon, das ohne PVC und chemische Zusätze auskommt. Als nachhaltiges High-Tech-Material aus der Medizintechnik und der Lebensmittelbranche ist eine Silikonbeschichtung nicht nur schwer entflammbar und fleckenresistent, sondern als hyperallergenes Material auch antibakteriell und alkoholbeständig.

War in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie Hotellerie und Gastronomie die Hygiene schon immer von großer Bedeutung, so hat dieser Begriff seit COVID-19 definitiv eine neue Dimension erreicht. Während eine leichte Reinigung und Desinfektion weiterhin eine wichtige Rolle spielen, heißt das noch effizientere Zauberwort für Oberflächen heute „antimikrobiell“.

Entspannt warten: Die Aluminium-Sitzbank Ery von Dietiker ist nicht nur für drinnen wie draussen geeignet, sie ist vor allem nicht brennbar und somit ideal für den Einsatz in öffentlichen Bereichen, Wartezonen und Museen. © Dietiker

Vor allem in hygienesensiblen Bereichen ist der Einsatz von Materialien sinnvoll, die die Verbreitung von anhänglichen Krankheitserregern eindämmen oder im besten Fall sogar verhindern. Während auf dem Holzwerkstoffmarkt bisher überwiegend antibakterielle Oberflächen erhältlich waren, gibt es inzwischen auch antimikrobiellen Schutz, der es heroisch mit Viren, Bakterien und Pilzen zugleich aufnimmt. Und das ohne Chemie, denn Additive wie Silber oder Zink wirken nicht nur dauerhaft, sondern rein physikalisch.

Egal ob im Büro, in Einrichtungen des Gesundheitsbereichs oder zu Hause, hygienisches Mobiliar aus innovativen wie natürlichen Materialien rückt überall noch stärker in den Fokus. Dabei bleiben allerdings nur Viren & Co. außen vor und der Wohlfühlfaktor erhalten. Denn eine sterile Edelstahlästhetik ist auf Dauer alles andere als gut für die Psyche.

Gesund wohnen, aber natürlich: Neben der lebendigen Ästhetik von Holz verwendet die Möbelmanufaktur Sitzplatz auch natürliches Linoleum als Front für das Sideboard Insieme – ein wahrer Wunderwerkstoff. © Insieme

Wer sein ökologisches Gewissen leicht und seine gesundheitlichen Bedenken klein halten möchte, findet heute eine Vielzahl an Möglichkeiten für jeden Bedarf und Geschmack. Dabei ist die Liste an hilfreichen Eigenschaften an dieser Stelle noch lange nicht zu Ende. Selbst Möbel aus Kunststoff präsentieren sich inzwischen in biobasierten oder recycelten Versionen und haben jede Menge Vorteile zu bieten.

Wer bei so viel materieller Unterstützung auch an seine Möbel denken möchte, sollte ihre naheliegende regionale Produktion nicht vergessen. Ein Faktor, der sich nicht nur aufs eigene Karma positiv auswirkt. Gut, dass die Partner von Möbelschweiz auch bei der Wahl ihrer hochwertigen Materialien innovativ mitdenken.

Text: Julia Hauch

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