Je kälter die Welt, desto wärmer das Zuhause. Auch wenn Cocooning seit jeher im Trend liegt, hat der Rückzug in die eigenen vier Wände seit Corona nochmal eine neue Dimension und Bedeutung eingenommen. Zu Besuch bei diesem atmosphärischen Wort und seinen Gestaltungsmustern…

The place to be: Mit der Konzentration aufs eigene Zuhause rücken auch Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Qualität noch weiter in den Fokus (©Anastasiia Chepinska)

Cocooning… – schon allein beim Lesen möchte man es sich in diesen zwei runden, weichen, warmen Os gemütlich machen. Ein Wort wie ein Ort, das bereits phonetisch einzuhüllen scheint. Vielleicht liegt es aber auch an seiner biologischen Bedeutung, dem Kokon, in den sich die Insektenlarve spinnt, um dort geschützt heranwachsen zu können.

Auch die amerikanische Trendforscherin Faith Popcorn bezog sich auf ebendieses Phänomen der Natur, als sie Anfang der 80er Jahre den Begriff des Cocoonings prägte – ein Lebensgefühl, das nach den feierwütigen 70ern und einer neuen Phase des Kalten Krieges zunehmend dem Impuls folgte, sich von der ungemütlichen oder bedrohlichen Aussenwelt in die geschützte Privatsphäre zurückzuziehen.

Der neue Wohlfühlbereich: Natürliche Materialien, ausgewähltes Design und handwerkliche Fertigung – die Tische und Möbel von Willisau Switzerland machen das Zuhause zu einem Ort der Ruhe und Harmonie

Dabei lässt sich diese Rückbesinnung aufs eigene Heim nicht nur in Krisenzeiten beobachten, sondern gehört in nordischen Ländern seit jeher zur Alltagskultur. Ob als dänisches Hygge, schwedisches Lagom oder schottisches Coorie – was all diese nostalgisch anmutenden Astrid Lindgren- und Enid Blyton-Namen und inzwischen inflationär gebrauchten Lebensstile gemeinsam haben, ist das Gefühl von Wohlbefinden, Balance und Gemütlichkeit. Ein Gegen- und Ruhepol in unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Zeit.

Seit der Corona-Pandemie scheint die Welt nun endgültig aus den Fugen geraten zu sein. Was liegt also näher, als sich in den eigenen sicheren Kokon einzuspinnen. Nicht umsonst erlebt der Cocooning-Trend seit dem Frühjahr 2020 eine wahre Renaissance. Anfangs noch als sozialer Akt, “please stay at home”, inzwischen als wiederentdeckter Lifestyle-Trend. 

Ins richtige Licht gerückt: Je diffuser die Zeiten, desto wichtiger wird es, Highlights zu setzen. Die Leuchten von Stückholz sorgen für akzentuierte Momente und werden aus nachhaltigem Massivholz in der Schweiz gefertigt

Homeoffice, Homeschooling, Social Distancing, Ausgangssperre – wenn wir schon zu Hause bleiben müssen, dann aber bitte richtig schön. Je mehr Zeit wir in unseren vier Wänden verbringen, desto wichtiger wird ihre Lebensqualität. Dabei geht es jedoch nicht nur um dampfende Teetassen, duftende Kerzen, selbstgebackene Kekse und skandinavische Strickmuster, sondern um ein tieferes Bewusstsein für die Dinge, die uns umgeben. 

Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Qualität rücken noch weiter in den Fokus, um der verstärkten Sehnsucht nach Harmonie, Achtsamkeit und Komfort nachzukommen. Zusätzlich müssen Wohnkonzepte variabel und flexibel sein, damit sie sich der spontanen Verwandlung vom Wohn- zum Arbeitsplatz anpassen können. Nicht zu vergessen die Gemütlichkeit, die sich über alle Räume zu einem ganzheitlichen Gefühl entspinnen sollte. Ein kleiner “Leitfaden”:

Bereit zum Einhüllen: Sofas, Sessel und Loungemöbel werden zum neuen Sehnsuchtsort. Am besten in zeitloser Ästhetik und hochwertiger Qualität wie von Intertime

Stubenhocker, aber natürlich: Nichts schenkt uns mehr Ruhe und Kraft als die Natur. Möbel aus natürlichen Materialien wie Massivholz, Stein, Leder, Loden oder Kork sorgen nicht nur für eine vertraute und entspannende Atmosphäre, sie stehen auch für Langlebigkeit, ein gesundes Wohnklima und im besten Fall für wahre Handwerkskunst. 

Zeit für helle Momente: Als Stimmungsträger hat das Licht eine entscheidende Wirkung auf unsere Lebensqualität. Verschiedene Lichtquellen sowie eine Mischung aus indirekter und akzentuierter Beleuchtung verleihen dem Rückzugsraum noch mehr atmosphärische Tiefe und Positivität. 

Eine für alle: Gemeinsames Kochen und Essen übernimmt eine zentrale Rolle im Cocooning. Somit wird die Küche zum sozialen Treffpunkt, an dem alle Mitbewohner zusammenkommen – ob zum Geniessen, Austauschen, Arbeiten oder einer Partie “Wer bin ich”. Essenziell: ein grosser Tisch als Mittelpunkt des Hauses und der Gemeinschaft. 

Willkommen in der VIP-Lounge: Kein mucksmäuschenstill sein im Klavierkonzert, kein endloses Schlangestehen vor dem Club, das höchste der Gefühle sitzt oder liegt derzeit auf dem eigenen Sofa. Dafür aber in der ersten Reihe. Ob neu gekauft oder frisch gepolstert und bezogen, loungige Sitzgelegenheiten sind im Augenblick the place to be. 

Die Liebe steckt im Detail: Der Schweizer Grosshändler Jamei weiss um die Trends rund um Home & Living. So zaubert sich jeden Tag ein bisschen Urlaub auf den Tisch

Look and Feel: Wer an den Kokon des Seidenspinners denkt, kommt der Sache schon ziemlich nah. Ja, hier geht es ums Wohlgefühl – und das in all seinen wärmsten und weichsten Facetten. Ob luftig leichte Leinenvorhänge, Deko- und Sitzkissen in lockerem Strick sowie edlen Materialien, kuschelige Plaids aus softer Wolle und im Winter vielleicht ein Teppich oder Fell.  Mal in natürlichen Offwhite-, Sand- und Pastelltönen oder leuchtenden Farben, die bewusste Akzente setzen. Hier liegt die Kunst nicht nur im Detail, sondern vor allem im individuellen Geschmack.

Sommer vorm Balkon: Verreisen fehlt uns, keine Frage. Aber bis dahin tauchen wir einfach in unseren eigenen Möglichkeitsraum ein. Ob beim Lagerfeuer im Garten, beim Lesen auf der sonnigen Fensterbank oder beim nächtlichen Träumen in der Hängematte auf dem dicht bewachsenen Balkon zwischen Lampions und Kerzenschein. Bon voyage!

So einzigartig wie jedes Zuhause, so vielfältig sind die Optionen. Letztendlich spinnt sich jeder seine eigene Wohlfühlinsel. Aber am Ende entpuppt sich aus jedem Kokon ein neues Lebensstadium. Ein schönes Bild, das wir auf jeden Fall auf unsere Insel mitnehmen sollten. Denn in jeder Veränderung liegt immer auch eine Chance. 

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