Schreinerbranche: Gewerkschaften fordern Rückkehr zu Verhandlungstisch

By 5. August, 2021 No Comments
Möbelindustrie
Die Gewerkschaften und der Verband der Schreinermeister beschuldigen sich gegenseitig für den vertraglosen Zustand.

Am Samstag, 3.7.2021 demonstrierten 450 Schreiner und die Gewerkschaften in Zürich. Seit Januar steht die Branche ohne Gesamtarbeitsvertrag da. Für die Schreinermeister liegt die Schuld bei den Arbeitnehmerverbänden.

Seit dem 1. Januar ist der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Schreinergewerbe ausgelaufen. Aus diesem Grund versammelten sich am Samstag 450 Schreinerinnen und Schreiner in Zürich zu einer Kundgebung. Zusammen mit Arbeitnehmerorganisationen forderten sie den Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM die Verhandlungen wieder aufzunehmen, wie die Gewerkschaften Unia und Syna mitteilen.

Gemäss den Gewerkschaften sei der vertraglose Zustand auf die Blockadehaltung des VSSM zurückzuführen. Dieser habe Ende November 2020 das gemeinsame Verhandlungspaket mit überarbeitendem GAV und neu einem Frührentenmodell abgelehnt.

Schreinermeister: Schuld liegt bei Gewerkschaften
Ohne GAV drohe der Schreinerbranche eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping, argumentieren Unia und Syna. «Wir sind bereit zum Verhandeln. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug», zitiert die Mitteilung Guiseppe Reo, Verhandlungsleiter bei Unia. Auch 2435 Schreinerinnen und Schreiner verlangten in einer Petition an den Arbeitgeberverband eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Aus Sicht des VSSM liegt das Problem allerdings bei den Gewerkschaften. In einer früheren Mitteilung liess der Verband verlauten, dass die Gewerkschaftsvertreter dem neuen GAV eine Abfuhr erteilt hätten. Dies mit der Begründung, dass der neue Gesamtarbeitsvertrag für sie nur im Paket mit dem vorgeschlagenen Vorruhestandsmodell annehmbar gewesen wäre. «Ein Umstand, auf den der VSSM im Vorfeld der Entscheidungen stets hingewiesen hatte», wie der Verband schreibt. Nun hätten die Gewerkschaften den vertragslosen Zustand zu verantworten.

Quelle: www.luzernerzeitung.ch

Newsletter