Coop möbelt Angebot auf

Wie sieht ihr Traumsofa aus? Schwarz, lautet die Antwort möglicherweise. Oder grau. Vier Personen sollen darauf Platz haben und aus Leder soll es sein. Aber versuchen Sie, es sich noch genauer vorzustellen: Welche Füsse soll das Sofa haben, und welche Armlehnen? Und wie soll es gepolstert sein?
Vielleicht hat es auf Anhieb geklappt mit der Visualisierung des Sofas, vielleicht gar nicht. Nicht alle potenziellen Sofakäufer haben eine detaillierte Vorstellung von ihrem Traumsofa. Einige aber schon, und diesen will Coop in Zukunft entgegenkommen: Die Detailhändlerin richtet deshalb das Möbelgeschäft neu aus.
 
Livique soll es richten
In Oberentfelden wurde am 3. September das erste Einrichtungshaus unter der Marke Livique eröffnet. Das neue Konzept soll die Marke TopTip ersetzen, bis auf drei Filialen werden alle TopTip Standorte unter der neuen Marke geführt.
Die Namensänderung sei nötig gewesen, erklärte Coop-Chef Joos Sutter. Die Möbelfilialen hätten ihr Sortiment in den vergangenen Monaten modernisiert und angepasst, allerdings hätten die Konsumenten das zu wenig wahrgenommen. «Livique ist der Startschuss in eine neue Phase», so Sutter an der Medieninformation in der ersten Filiale mit der neuen Marke in Oberentfelden. «Der grosse Trumpf gegenüber den anderen Möbelhäusern ist die Individualisierbarkeit.»
Was damit gemeint ist, erklärte Oliver Roth, der bisherige Leiter Division TopTip. Er zeigt auf einem Bildschirm, wie ein Sofa selber zusammengestellt werden kann. Farbe, Material, Polsterung und Armlehnen sind nur ein Teil der Merkmale, welche die Kunden selber bestimmen können. Nach dem gleichen System werden auch Stühle, Tische und Bettgestelle zusammengestellt.
 
Digitalisierung und Kerzen
Um den Kunden die Auswahl zu erleichtern, hat Coop einen Konfigurator entwickelt. Mit diesem können die Kunden auf Tablets selber ausprobieren, wie die fertigen Möbelstücke aussehen. Im Online-Shop von Livique ist das ebenfalls möglich, allerdings noch nicht für alle Modelle. Wem das alles zu anstrengend ist, der kann sich auch ein fertiges Möbelstück kaufen.
Das neue Einrichtungsgeschäft will Kunden aber nicht nur mit Möbeln anlocken, sondern auch mit Wohnaccessoires. Das Deko-Sortiment wurde stark vergrössert, das Angebot erinnert an Anbieter wie Zara Home. «Möbel werden nur einmal gekauft, Deko-Artikel immer wieder», erklärt Roth die Überlegung hinter dem neuen Sortiment. «Wir haben vor allem Kundinnen, die jede Woche Wohnaccessoires kaufen.»
Individualisierung, Digitalisierung und ein neues Sortiment: Coop will sich einen grösseren Anteil am Schwei­zer Möbelmarkt sichern. TopTip liegt momentan auf Platz vier der grössten Schweizer Möbelgeschäfte. Mit Livique soll sich die Marktstellung verbessern, langfristig will Coop unter die ersten drei vorstossen.

Datum: 4. September 2018
Quelle: Aargauer Zeitung / Mittelland Zeitung